FC St. Pauli: "Matze" Hain zur aktuellen Situation beim Aufsteiger
Der derzeitige Ersatzkeeper des deutschen Bundesligisten FC St. Pauli, Mathias "Matze" Hain (Foto), musste zwar am gestrigen Mittwoch das Training wegen einer Jochbeinprellung abbrechen, dürfte aber im Bundesliga-Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt am kommenden Samstag wieder zur Verfügung stehen. Im Vorfeld der Partie äußerte sich der Routinier zur aktuellen Situation beim Aufsteiger:
"Mathias, wie hat Dir von außen in den letzten Wochen die Spielweise der Jungs auf dem Feld gefallen?"
"Im Großen und Ganzen spielen wir einen wirklich guten Ball. Wir haben uns in der Liga etabliert, weil – und das ist ganz wichtig – wir uns an die Pläne halten, die uns das Trainerteam mitgibt. Wenn jemand glaubt, weil es gerade mal ganz gut läuft, eigene Ideen auf dem Feld verwirklichen zu wollen, werden wir ganz schnell auf den Boden der Tatsachen zurück kommen. Wenn alles normal läuft und von Verletzungen verschont bleiben, müssen wir uns in dieser Liga vor keinem verstecken, dann können wir mit jedem mithalten. Auch die Tagesform bei einem Gegner wie zum Beispiel dem FC Bayern München ist entscheidend, wenn die Topspieler wie Ribery und Robben wieder zurück sind, kannst du dir nur schlagen, wenn Bayern einen schlechten und wir einen besonders guten Tag erwischen. Aber möglich ist es!"
"Wie ärgerlich ist es dann, wie zum Beispiel gegen Stuttgarter, die man total beherrscht, zu verlieren und am Ende mit leeren Händen nach Hause zu fahren?"
"Natürlich ist das ärgerlich. Man darf aber nicht vergessen, dass zu allen Statistiken die von einem Spiel erstellt werden auch Standards gehören. Das hat uns auch schon das Spiel in Chemnitz gelehrt. Bei all dem was wir gut gemacht haben – ordentliches Anlaufen, isolieren von einzelnen Spielern, anstechen aus dem Mittelfeld und Pressing im richtigen Moment – gehören auch Ecken und Freistöße. Und wenn du dann deine eigenen Chancen nicht nutzt, geht so ein Spiel eben genau so schnell verloren."
"Während Deiner Zeit bei Arminia Bielefeld hast Du in der Bundesliga auch immer eher in der unteren Tabellenhälfte gespielt. Wenn Du die Spielanlagen der Arminia von damals und des FC St. Pauli von heute miteinander vergleichst, zu welchem Ergebnis kommst Du?"
"Zu meiner Zeit in Bielefeld bin ich zweimal in die Bundesliga auf- und das erste Mal auch direkt wieder abgestiegen. Beim erneuten Versuch haben wir uns fünf Jahre in der ersten Liga halten können. Bei beiden Anläufen spielten wir einen grundverschiedenen Fußball. Im ersten Jahr, haben wir sehr abwartend, defensiv und reagierend gespielt. Auch wenn es am Ende sehr unglücklich und knapp war, ist die Spielweise auch ein Punkt gewesen, warum wir die Klasse nicht halten konnten. In der langen Phase hatten wir zwar eine No-Name-Truppe – aber wir hatten einen Matchplan. Jeder wusste, egal auf welcher Position, was er dort zu tun hatte. Beim FC St. Pauli ist das im Moment genau so. Dazu kommt, dass wir aktuell qualitativ sehr stark besetzt sind. Wir haben eine große Chance die Liga zu halten – vielleicht sogar besser als der ein oder andere denkt. Ich glaube es geht mehr als Platz 15 und gerade so drin bleiben."
"Ist die Liga an sich enger zusammen gerückt?"
"Es zeigt sich im Moment vor allem, dass man nicht unbedingt mit viel Geld die besten Spieler bekommt. Mainz und Dortmund machen es vor – auch aus jungen, teils unbekannten Spielern, kann eine starke Mannschaft geformt werden, bei der das Kollektiv ganz klar heraus sticht. Junge, hungrige Spieler, die zwar Fehler machen, sich aber zu 100 Prozent mit ihrer Aufgabe identifizieren, können sehr erfolgreich sein."







