René Adler: "adidas" war mit der Wunsch des Vereins
René Adler (*15. Januar 1985 in Leipzig) ist der aktuelle Stammkeeper der deutschen Fußball-Nationalmannschaft. Er steht zur Zeit beim deutschen Bundesligisten Bayer Leverkusen unter Vertrag.
Adler begann beim VfB Leipzig mit dem Fußballspielen. 2000 wechselte er in die Jugend von Bayer 04 Leverkusen, wo er ab 2002 der Regionalligamannschaft angehörte. Zu Beginn seiner Zeit bei Bayer Leverkusen wohnte der damals 15-Jährige für vier Jahre beim Torwarttrainer Rüdiger Vollborn, der ihn seinerzeit beim DFB-Stützpunkttraining in Leipzig entdeckt hatte, und dessen Familie.
Zur Saison 2003/04 stieg Adler in den Bundesligakader auf. Anfang Mai 2006 zog er sich im Training einen Haarriss in der Rippe zu, der lange unentdeckt blieb. Bei einer folgenden Operation wurde die Rippe durch eine Titanplatte verstärkt und Adler fiel bis Februar 2007 aus. Unmittelbar nach seiner Genesung gab Adler sein Bundesliga-Debüt; aufgrund der Rot-Sperre von Hans-Jörg Butt stand er am 25. Februar 2007 gegen den FC Schalke 04 in der Startelf. Nach einer überzeugenden Leistung verdrängte er den langjährigen Stammkeeper Butt mit nur einem einzigen Spiel. Am 8. März 2007 gab Adler sein internationales Debüt in der UEFA-Cup-Partie beim RC Lens. Adlers Vertrag in Leverkusen ist bis 2012 datiert.
2004 nahm Adler unter Trainer Dieter Eilts an der U-19 Europameisterschaft in der Schweiz teil. 2005 scheiterte er mit der deutschen U-20 Nationalmannschaft im Viertelfinale der Weltmeisterschaft gegen Brasilien. Betreut wurde das Team dabei vom späteren Leverkusen-Coach Michael Skibbe. Bei beiden Turnieren war Adler die Nummer eins im Tor und gleichzeitig auch Kapitän der Nationalmannschaft. Auch spielte er zusammen mit späteren Bundesligaprofis bzw. A-Nationalspielern wie Marcell Jansen, Andreas Ottl, Mario Gómez, Lukas Sinkiewicz und Ashkan Dejagah. Adler war zudem U-21-Nationalspieler Deutschlands. Er war für die U-21-EM 2006 nominiert, musste aufgrund seiner Verletzung jedoch auf die Teilnahme verzichten. René Adler wurde neben Jens Lehmann und Robert Enke in den Kader für die EM 2008 berufen und verdrängte somit Timo Hildebrand. Am 11. Oktober 2008 debütierte er nach dem Kahnbeinbruch von Robert Enke in der A-Nationalmannschaft im Qualifikationsspiel zur Weltmeisterschaft 2010 gegen Russland, hat bislang zwei Länderspiele bestritten und gilt - auch langfristig gesehen - schon heute als Deutschlands bester Keeper!
Sein Bruder Rico war ebenfalls Torhüter. Vater Jens war Mittelfeldspieler. Beide spielten für ihren Heimatverein SV Liebertwolkwitz.
2004 absolvierte René Adler sein Abitur am "Landrat-Lucas-Gymnasium" in Leverkusen.
Der 23-jährige Nationalkeeper stand - trotz sehr vieler Anfragen im Moment - zu seinem kurz vor seinem Länderspiel-Debüt gegebenen Wort und führte mit KEEPERsport-Promo-Mitarbeiter Christoph Nowak telefonisch fast eine Stunde lang das folgende, ausführliche Exklusivinterview:
KEEPERsport: "Hallo René! Herzlichen Glückwunsch auch von uns noch zu deinem gelungenen Debüt in der deutschen A-Nationalmannschaft, tolle Sache! Wie fühlt man sich da heute mit jetzt gut zwei Wochen Abstand?"
René Adler: "Natürlich war das ganze ein wunderbares Feeling und ohne Zweifel bislang das Top-Highlight meiner Karriere; aber ich hab´ erst kürzlich mit `nem Kumpel darüber gesprochen, dass das ganze eigentlich schon wieder so weit weg ist und mir der Zeitraum viel länger vorkommt, als er eigentlich ist. Wir haben ja viele Spiele, da muss man immer die Spannung hochhalten und auch gerade gegen vermeintlich "Kleinere" immer voll konzentriert sein sowie seinen Job gut machen - es geht also immer schnell weiter und da bleibt eigentlich kaum Raum und Zeit, das ganze - so schön es war - `mal in einer ruhigen Minute Revue passieren zu lassen."
KEEPERsport: "Ich kenne den Robert Enke persönlich, finde, dass er ein richtig klasse Typ ist und er hat mir nach seinem Kahnbeinbruch auch sehr leid getan; wie ging `s dir dabei, ihr kommt ja auch ganz gut miteinander klar?"
René Adler: "Das ist überhaupt keine Frage, dass man so eigentlich nicht ins Tor kommen möchte, da bin ich einfach zu sehr Sportsmann. Es stimmt, dass ich mit dem Robert - auch außerhalb des Platzes - ein sehr gutes Verhältnis habe und gerade bei der EURO viel mit ihm zusammen unternommen habe; ich wünsche ihm natürlich von Herzen, dass er möglichst schnell wieder fit wird und dass bei seiner nicht gerade einfachen Verletzung alles gut verheilt, dann wird er auch sicherlich wieder zum Nationalteam stoßen. Andererseits ist es auch so, dass ich beim ersten Testspiel nach Jens Lehmann gegen Belgien auch an der Schulter verletzt war, aber es ist müßig, heute darüber zu spekulieren, wer da im Tor gestanden hätte, wenn wir beide fit gewesen wären. Meine Verletzung hatte aber auch etwas gutes, denn aufgrund der Europameisterschaft hatte ich eine sehr kurze Vorbereitung und ich konnte mich dann durch die Pause nochmals optimal fitmachen!"
KEEPERsport: "Auch bei deinem Verein läuft `s derzeit richtig super, ihr seid Tabellenzweiter. Ich finde, dass mit Bayer Leverkusen und 1899 Hoffenheim derzeit die beiden Teams, die den attraktivsten Offensivfußball bieten, in der Bundesliga völlig zurecht oben stehen. Was zeichnet denn Bruno Labbadia und "Eddy" Sözer diesbezüglich aus, was machen sie vielleicht "anders"?"
René Adler: "Also, die beiden passen zunächst einmal sehr zu gut zu unserem Klub - akribische Arbeit bis ins kleinste Detail, Perfektionismus und eine klare Philosophie zeichnen sie absolut aus. Die Intensität des Trainings ist höher, die Einheiten länger. Bruno Labbadia lebt uns absolute Professionalität vor und will vermitteln, dass der Beruf des Fußballers weit mehr beinhaltet als nur das bloße Spielen; vielleicht hat uns in der Vergangenheit das letzte Quäntchen Disziplin gefehlt, um erfolgreich zu sein. Ich denke, die beiden wissen auch genau, was mit einem Verein wie Bayer Leverkusen letztendlich möglich ist; wir hatten jetzt nicht die optimale Vorbereitung, dann erschwert der Stadionumbau und der bevorstehende Umzug nach Düsseldorf die Situation, macht sie aber auch irgendwie reizvoll! Ein Vorteil im Nachteil ist wegen der längeren Regenarationsphasen auch, dass wir dieses Jahr nicht international spielen; grundsätzlich möchten wir und auch ich schon einmal Titel gewinnen mit Bayer, ohne Frage! Wir stehen diese Saison hinten absolut sicher, und vorne machen wir bislang auch immer ein Tor; uns wird auch ein absoluter Glaube an die eigene Stärke vermittelt genauso wie die Einstellung, auch gegen vermeintlich schwächere Gegner immer 100 Prozent geben zu müssen."
KEEPERsport: "Rüdiger Vollborn hat dich als Junge beim DFB-Stützpunkt in Leipzig entdeckt, später bei seiner Familie in Leverkusen aufgenommen und ist auch aktuell noch dein Torwarttrainer; was ist denn das besondere an Eurer Beziehung? Welche Rolle spielten die Vollborns für dich? Ich kenne den Rüdiger vom Handschuhsammeln als Kind bzw. Jugendlicher noch und ich hatte immer einen sehr netten Eindruck von ihm."
René Adler: "Das ist natürlich nicht zu vergleichen mit einem "normalen" Trainer-Spieler-Verhältnis, es "passt" einfach; der "Rüdi" ist für mich nicht nur Trainer, Freund und eine absolute Respektsperson, sondern auch sehr, sehr wichtig als Mensch und Ratgeber außerhalb des Sports. Ich habe ihm sehr viel zu verdanken; er weiß auch immer, wie er mit mir umgehen muss und sieht auch, wenn ich vielleicht `mal schlecht d´rauf bin. Mir macht es auch nach acht Jahren in Leverkusen immer noch großen Spaß, mit ihm zu trainieren und ich denke, wir beide sind auf unserem gemeinsamen und erfolgreichen sportlichen Weg noch lange nicht fertig!"
KEEPERsport: "Du bist mir 2004 das erste Mal live im Stadion aufgefallen, beim damaligen Jubiläumsturnier von Bayer. Du hast mit einem unglaublichen Hechtsprung knapp unter der Querlatte horizontal in der Luft liegend einen Ball regelrecht aus dem Winkel "gefischt". Hast du diese Sprungkraft von Natur aus oder sie dir erst später in Leverkusen angeeignet. Der Bernd Dreher, der kürzlich bei euch hospitiert hat, hat mir erzählt, dass es ganz klar Rüdiger Vollborns Philosophie ist, dass seine Keeper von der Mitte der Torlinie jeden Ball mit beiden Händen erreichen können?!?"
René Adler: "Es ist schon so, dass ich von Haus aus mit einer großen Sprungkraft gesegnet bin; beim VfB Leipzig hatte ich kein spezifisches Torwarttraining, in Leverkusen dann habe ich im Jugendbereich die ersten zwei Jahre so ca. 200 bis 300 Hürdensprünge pro Woche absolviert. Das würde ich heute nicht mehr machen, obwohl es mir wahrscheinlich auch nicht geschadet hat... Nun trainieren wir anders, einfach viel komplexer; die Sprünge sind zwar auch noch dabei, aber dann nicht ausschließlich, sondern immer in Verbindung mit einer weiteren Aktion. Den Abdruck beim Springen zu trainieren ist aber schon wichtig!"
KEEPERsport: "Deine Mutter Kerstin und dein Bruder Rico waren auch Torhüter. Ist deine Karriere also familiär bedingt oder kam das durch Zufall?"
René Adler: "Es stimmt schon, dass wir eine sportbegeisterte Familie sind, dies ging aber hauptsächlich von meinem Vater aus; das mit meiner Mutter war eine "Ente" der "BILD", mein Bruder war Torhüter, richtig! Er hat aber wegen ständigen Schulterproblemen aufgehört, sowas geht ja dann auch irgendwann zu Lasten der Lebensqualität. Seine Leidenschaft ist aber auch mehr die Musik, der er sich jetzt verstärkt widmet."
KEEPERsport: "Deine Mam´ hat auch gesagt, dass du mit sechs Jahren deine ersten Torwarthandschuhe bekommen hast - kannst dich noch daran erinnern, was das für welche waren?"
René Adler: "Ja, mit Sechs bekam ich meine ersten Fußballschuhe, und ich denke, dass ich auch relativ zeitgleich meine ersten Torwarthandschuhe bekommen habe, denn ich war ja von Anfang an Torhüter; gutes Equipment war mir aber schon immer wichtig und man hatte als Kind natürlich immer auch den ständigen Wunsch nach den Modellen, die auch in der Bundesliga gespielt wurden, zum Geburtstag, zu Weihnachten... Ich habe dann auch immer mein Taschengeld für Torwarthandschuhe gespart, natürlich auch viele geschenkt bekommen!"
KEEPERsport: "Dein erster Ausrüster zu Jugendzeiten war "DERBYSTAR", dann folgte "uhlsport"; während der EURO 2008 lieferten sich die beiden Giganten "adidas" und "NIKE" ein regelrechtes "Elefantenrennen" um deine Dienste. Was gab dann schlussendlich den Ausschlag für das Herzogenauracher Unternehmen?"
René Adler: "Bei der EURO war es so, dass ich freie Schuhwahl hatte und mir "NIKE" mehrere Sachen zum Testen zur Verfügung gestellt hatte; anders war es bei den Handschuhen, denn mein "uhlsport"-Vertrag lief noch bis zum 30. Juni 2008, den ich nach fast sechs Jahren guter Zusammenarbeit auch gern bis zum letzten Tag erfüllt habe; mit den "NIKE"-Schuhen kam ich jetzt nicht so gut zurecht wie mit "adidas", was aber keinesfalls am Produkt, sondern vielmehr daran lag, dass ich "adidas" über Jahre hinweg einfach gewohnt war. Dennoch stand ich kurz vor einem Abschluss mit "NIKE"; dann aber kam nochmal ein verbessertes Angebot von "adidas" und ich wurde auch vom Verein Bayer Leverkusen gebeten, dieses anzunehmen. Grund dafür war, dass in unserem Team vertraglich nur ein gewisses Kontingent an Plätzen für Spieler mit anderen Ausrüstern vorhanden ist und diese schon ziemlich besetzt waren."
KEEPERsport: "Was ist für dich an einem guten Torwarthandschuh wichtig und wie ist denn derzeit dein aktuelles Sondermodell beschaffen, was hast du für eine Größe?"
René Adler: "Meine Größe ist 10; ich spiele Innennaht mit Haftschaumschichteln zwischen den Fingern und das Design ist aus der "FINGERSAVE"-Linie von "adidas"! Ein Stabilisationsstäbchen, das aber relativ weich ist, habe ich nur am rechten Zeigefinger eingebaut. Grund dafür ist eine Verdickung an einer Sehne, die eigentlich `mal operiert werden sollte; die Verletzung konnte ich mit bloßem Tapen damals nicht mehr in den Griff bekommen, weshalb meine "uhlsport"-Handschuhe auch schon ähnlich beschaffen waren. Die Verletzung wurde dann konservativ therapiert und behindert mich heute nicht mehr. Das Stäbchen stört mich nicht, aber es stabilisiert in einem gewissen Umfang! Dann verwende ich mittlerweile auch den "Two-Stripe"-Klettverschluss, obwohl ich da früher kein Freund davon war. Mir ist aber wichtig, dass der Klettverschluss nicht zu sehr übersteht, was damit der Fall ist. Zudem tape ich meine Handgelenke mittlerweile sehr stark, weshalb man dann nicht mehr unbedingt einen Verschluss, der um das ganze Gelenk führt, benötigt. Wichtig ist mir eine enge Bandage und natürlich der Belag, der bei "adidas" auch wirklich gut ist; zum Spiel verwende ich neue Handschuhe, die einmal vorgewaschen sind und danach im Trockner waren. Unsere Plätze sind ja heuzutage eigentlich immer nass, im Sommer wird ja auch bewässert. Was ich überhaupt nicht mag, sind Handschuhe, die innen nass sind. Torwarthandschuhe benötige ich so ein bis zwei Paar pro Woche; man hat als Profi schon einen hohen Verschleiß, aber ich verschenke auch gerne welche, ganz einfach, um auch `mal jemandem etwas gutes zu tun, sei es einem Behinderten, einem Kind oder einem Fan!"
KEEPERsport: "Du bist offenbar ein sehr familiär geprägter und heimatverbundener Mensch, fährst so oft es geht heim nach Sachsen und deine Freundin studiert ja auch in Leipzig. Ist bzw. war es da nicht manchmal schwierig, du bist ja eigentlich schon im Alter von 15 von zuhause weggegangen?"
René Adler: "Es ist absolut korrekt, dass ich gerne bei meiner Familie bin, aber es ist nicht so, dass ich während der Saison übermäßig oft nach Leipzig reise; gerade letzte Spielzeit, als der "UEFA-Cup" dabei war, gab es kaum Möglichkeiten, heimzufahren. Es ist ja auch nicht Sinn der Sache, die wenigen freien Tage dann noch mit Wartezeiten am Flughafen oder auf der Autobahn zu verbringen... Meine Freundin wohnt aber inzwischen bei mir in Köln, sie muss nur noch zu ein paar Seminaren nach Leipzig, um ihr Diplom dann endgültig abzuschließen! Sicherlich war mein Weggang von zuhause anfangs nicht ganz einfach, aber ich habe es nie bereut; für meine Eltern war es da sicher schwieriger. Sehr hilfreich war für mich natürlich da die Familie Vollborn und dass ich an der neuen Schule sehr schnell Freunde gefunden habe. Für so einen Schritt war Bayer Leverkusen auf jeden Fall der optimale Verein!"
KEEPERsport: "Du hast zwar dort nie gespielt, aber der SV Liebertwolkwitz ist schon irgendwie dein Heimatverein, dort ist auch noch mehr oder weniger deine ganze Familie in irgendeiner Funktion aktiv. Wie ist es, wenn du dorthin heute zurückkehrst - alles ganz normal wie früher oder spürt man als Nationalspieler einen ganz besonderen Stolz der Leute dort?"
René Adler: "Ja, ich bin da früher zu jedem Spiel meines Vaters dorthin mitgegangen, habe nach den Spielen auch immer mit den Jungs der anderen Spieler auf dem Sportplatz gekickt; es stimmt schon, dass ich dorthin eine ganz enge Beziehung habe, die Leute dort sind einfach sehr herzlich und höflich. Sie sind natürlich stolz auf mich, ohne Frage - aber mir ist es auch sehr wichtig, dass ich dort nicht der Nationalspieler, sondern ganz normal derselbe René wie früher bin. Und ich kann dort auch `mal in der Jogginghose hingehen oder ein Bier trinken, kein Problem."
KEEPERsport: "Du musstest einmal sehr lange Zeit wegen eines nicht erkannten Rippenbruchs pausieren; damals gab es schon leise Spekulationen über ein mögliches Karriereende... Wie hast du das alles durchgestanden und hilft einem eine solche Negativerfahrung , wenn man heute "auf der Sonnenseite" steht, nicht "abzuheben"?"
René Adler: "Die Phase hat mich sicherlich geprägt wie keine andere, aber ich denke auch, dass ich dadurch die letzten paar Prozent, die mir fehlten, um mental reif für die Bundesliga zu sein, bekommen habe - deshalb hatte das alles sicherlich auch etwas gutes; ich habe gelernt, geduldig zu sein! Klar ist es nicht angenehm, verletzt zu sein, gerade als junger Kerl will man ja immer spielen und ist voller Elan. Aber ich hatte mich früher schon sehr unter Druck gesetzt, wollte unbedingt in die erste Mannschaft, gerade nachdem ich bei der U19-EM und der U20-WM gut gespielt hatte - heute bin ich da einfach gelassener."
KEEPERsport: "Dann warst du nach der Verletzung gerade einmal ein paar Tage im Training, hast ein einziges, aber überragendes, Bundesligaspiel gegen Schalke gemacht und plötzlich hattest du Torwart-Denkmal Hans-Jörg Butt verdrängt... Ist dieses Geschäft nicht manchmal ganz besonders verrückt?"
René Adler: "Sicher, aber für diese Chance hatte ich auch sehr lange gearbeitet!"
KEEPERsport: "Du hast nebenbei auch dein Abitur "gebaut"; machst du nebenbei ein Ferstudium oder hebst du dir das für die Zeit nach der Karriere auf; dein Vereins-Torwartkollege Benedikt Fernandez studiert ja sogar in Vollzeit?!?
René Adler: "Vor dem "Bene" als Person und dem Pensum, das er absolviert, muss ich absolut den Hut ziehen; er ist ein sehr intelligenter Junge, der auch absolut weiß, wie das Leben funktioniert, ich habe auch einen sehr guten Draht zu ihm. Mir persönlich ist es auch ein absolutes Anliegen, fit im Kopf zu bleiben. Nach dem "Abi" nahm die Lernbegierigkeit erstmal etwas ab, aber jetzt lese ich Bücher und versuche, auch zu lernen, Englisch fließend zu sprechen, denn ich will in diesem Bereich keinesfalls träge werden. Ein Studium zum jetzigen Zeitpunkt ist kein Thema, aber für später sicherlich ein Wunsch von mir, wenn ich älter bin und mehr Erfahrung habe. Man muss halt lernen, auch `mal "abzuschalten", zu relaxen - entscheidend ist im Profisport zum Großteil, die richtige Balance zwischen An- und Entspannung zu finden
KEEPERsport: "Jeder weiß, dass du dich bei Bayer sehr wohl fühlst und dort langfristig unter Vertrag stehst; an Boulevard-Spekulationen über einen baldigen Wechsel zu Bayern München möchte ich mich nicht beteiligen, aber was würde dich denn sportlich sehr reizen, vielleicht die "Premier League"?"
René Adler: "Mit Gedanken daran möchte ich zum jetzigen Zeitpunkt eigentlich keine Energie verschwenden, aber mein persönlicher "Masterplan" beinhaltet schon, einmal bei einem Top-Klub in einem anderen Land zu spielen, vielleicht eine weitere Sprache zu lernen, dass meine Kinder zweisprachig aufwachsen können und eine andere Art des Fußballs zu erleben. England kann da sicherlich `mal eine Option werden, muss es aber nicht zwingend."
KEEPERsport: "René, du hast dir ja unsere Internetpräsenz im Vorfeld ja `mal angeschaut. Wie findest du unser Torhüterportal und unser Konzept, sich speziell nur auf Torhüter und ihre ganz eigenen Bedürfnisse zu konzentrieren?"
René Adler: "Das ganze gefällt mir wirklich gut; sowas ähnliches hätte ich mir früher auch gewünscht, wo man günstig Torwarthandschuhe bekommt und natürlich auch die Sondermodelle der Profitorhüter beschrieben sind; es interessiert mich übrigens auch heute noch, mit welchen Handschuhen meine Kollegen spielen."
"VIELEN DANK für das coole Interview, René; KEEPERsport wünscht dir und deiner Familie alles erdenklich Gute, privat wie sportlich!!! Bis demnächst, bleib so, wie du bist!"










