Freitag 18. Juli 2008

S1 Schienbeinschoner

Die Idee dahinter:

Harald Scheffer ist ambitionierter Fußballspieler in der Verbandsliga. 20 Jahren lang ärgerte er sich über seine Schienbeinschoner. „Ob man teure kauft oder billige, Schienbeinschoner basieren immer auf dem gleichen System – elastischer Fußteil, Schild und Klettverschluss. Wenn man schwitzt, rutscht der Schoner. Deshalb tapen viele Spieler den unteren Teil, damit er besser hält. Aber auch diese Lösung hat negative Effekte, wie zum Beispiel Wadenkrämpfe. Also musste etwas anderes her“, so der Erfinder.

Für den Prototyp nähte seine Frau, eine gelernte Schneiderin, einen Stoffkörper ohne Fußteil. Scheffer selbst besorgte sich Plastikteile aus dem Baumarkt, erwärmte diese und formte daraus ein stabiles Schild. Am Ende entstand eine Fußballneuheit, die der Saarländer 2005 patentieren ließ. „Mir wurden für die Idee von diversen deutschen Firmen siebenstellige Beträge geboten. Aber ich wollte nicht verkaufen.“

Dies nutzte Robert Steed, Leiter des englischen Unternehmens Taskforce. „Er hat den neuartigen Schienbeinschoner gesehen, angezogen und war begeistert“, erzählt Scheffer. „Robert Steed ist selbst großer Fußballfan. Nachdem er den Prototyp kennengelernt hatte, begann er alle Rahmenbedingungen zu prüfen und wollte in den Artikel investieren.“ Es entstand ein Sportaccessoire, das durch Tragekomfort, leichtes Handling und Attraktivität bestach.

„Wenn man mal einen draufkriegt, kann man den Schoner schnell ausziehen, um die Stelle am Fuß zu kühlen. Dies ist möglich, da das eigenständige Bandagensystem keinen Fußteil besitzt und der Klettverschluss leicht zu öffnen ist.“ Das Problem des Rutschens wird durch zwei Faktoren behoben. Zum einen ist der Stoffuntergrund, auf den das Plastikschild gesteckt wird, nicht in der Länge verformbar – wie eine orthopädische Bandage, die man nur in der Breite leicht dehnen kann. Zum anderen hat der harte Schonerteil keinen Kontakt zur Haut und verhindert so das Verrutschen durch Feuchtigkeit.

Am 3. Mai 2007 erlangte der Schoner durch die Präsentation bei einem UEFA-Event im Wembley-Stadion erstmals Aufmerksamkeit. Die Neuheit wurde bald von Manchester United entdeckt, und auch in anderen englischen Vereinen spielt man bereits mit dem Produkt, das als S1 Sport-Schienbeinschoner auf den Markt kam.

Zu den Kunden zählt auch die David-Beckham-Akademie. Weil der dortige Leiter Anthony Wild gut mit dem Namensgeber Beckham befreundet ist, dauerte es nicht lange, bis auch dieser die Innovation in Händen hielt und – laut Scheffer – begeistert war.

Auch Klubs wie Red Bull Salzburg oder Spieler wie Bastian Schweinsteiger oder Michael Rensing werden mit S1 in Verbindung gebracht.

Anbei ein kurzes Technikvideo zum Produkt: PLAY >>
Anbei ein Funny Video mit Freestyle-Legende Billy Wingrove: PLAY >>




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