Mittwoch 11. August 2010

Bayern Münchens stürmender Keeper zu Gast bei Ks Deutschland

Einen jungen Torhüter vom FC Bayern München, der jüngst durch einen "Gastauftritt" als Stürmer in der dritten Bundesliga bundesweit von sich reden, durfte heute das KEEPERsport-Deutschland-Team in Unterhaching begrüßen.

Ein bisschen froh war Ferdinand Oswald schon, dass er am Dienstag danach vor knapp zwei Wochen in Offenbach nicht schon wieder rennen und ackern musste. Zu schwer waren noch die Beine. Zweimal war der 19-Jährige bislang in der dritten Liga aufgelaufen, jeweils im Tor, so wie er das gelernt hat. Beim 1:1 gegen Wacker Burghausen gab er einen klassischen Rechtsaußen. Bayerns zweite Mannschaft "fuhr" personell "auf der Felge". Nur 13 Mann standen im Kader. Angreifer Thomas Kurz und Ersatztorwart Oswald.

Nach 17 Minuten verletzte sich Profi-Leihgabe Daniel van Buyten, zwölf Minuten später Saer Sene. "Ich habe eigentlich nicht damit gerechnet, dass ich wirklich spielen würde", sagt Oswald, der noch in der Kabine gewitzelt hatte, wenn er reinkomme, werde er auch treffen. Vorbereitet war er auch: Das Spielertrikot mit der Nummer 33 war noch kurz vor der Partie beflockt worden, und er hatte sich auch die rote Hose der Spieler angezogen. Für den Notfall, so war ihm gesagt worden. Und der trat dann ein.

"Hermann Gerland hat mich gefragt, wo ich spielen möchte, und ich habe ihm gesagt: Überall, nur nicht Verteidiger", sagt Oswald. Zu wichtig sei diese Position, und wenn er einen Fehler mache, werde der gleich bestraft. Also stellte ihn Gerland auf Rechtsaußen und gab seinem Schützling mit auf den Weg, er solle rennen und kämpfen. Das tat der Torwart, der zuletzt bei den C-Junioren aushilfsweise im Feld gespielt hatte. Die meisten seiner Pässe kamen an, einmal versuchte er sogar einen Hackentrick. "Da war ich wohl ein bisschen übermütig", gesteht er.

Schon nach einer Viertelstunde begann er zu keuchen. "Eigentlich bin ich ja Torwart geworden, damit ich nicht so viel rennen muss", sagt er und lacht. Trotzdem hielt er durch, auch wenn am Ende die Kräfte mehr und mehr nachließen. Vom "kicker" gab’s immerhin die Note 3. "Ich bin zufrieden, es ist gut gelaufen", sagt er. Die Münchner "Rumpfelf" führte bis kurz vor Schluss gar mit 1:0, ehe noch der Ausgleich fiel. "Das war das einzig Bittere."

Oswald war dennoch ein Sieger. Seine Freundin hatte ihn vorher immer damit aufgezogen, eigentlich könne er doch gar nicht Fußball spielen, "jetzt weiß sie, dass ich ’s kann". Lob gab es auch von Bayern Münchens Cheftrainer Louis van Gaal, der es bewundernswert fand, dass der Torhüter im Feld so eine gute Leistung geboten habe.

Ob sich da womöglich neue Perspektiven eröffnen? "Eher nicht", sagt Oswald schmunzelnd. "Obwohl Robben leider verletzt ist, wird es für mich dafür doch nicht reichen." Beim nächsten Mal will er wieder im Tor stehen. Gelernt ist gelernt. Sein Spielertrikot hat er sich trotzdem schon in sein Zimmer gehängt – als Erinnerung an einen einmaligen Auftritt.

Sein Trikot, dass er tags darauf als Ersatzkeeper bei den Profis beim "LIGA-total-Cup" auf Schalke trug, hängt nun im KEEPERsport-Shop Unterhaching ;-) ...

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