Das moderne TORWART-SPIEL - Der SWEEPERKEEPER!

Wir lesen in den letzten Monaten immer vom „modernen Torwart-Spiel“ oder wie die britische Presse schreibt „SweeperKeeper“, übersetzt, der Kehrmaschinen-Torwart!

Was ist mit dem Begriff „modernes Torwartspiel“ gemeint?

Hierzu muss/sollte man die Entwicklung des Torwartspiels genauer betrachten.

Jede Zeitepoche hat Fußball-Torhüter hervorgebracht, die außergewöhnliche Leistungen vollbracht haben.

Die hier angeführten Torhüter waren alle Welttorhüter und haben das Torwartspiel ihrer Zeitepoche mitgeprägt und auf eine andere Stufe gehoben:

Rudolf Hiden, Lew Jashin, Sepp Meier, Jean-Marie Pfaff, Oliver Kahn, Edwin van der Sar.

Diese Torhüter hatten Fähigkeiten, konnten Spielsituationen besser klären als andere Torhüter und waren in ihrer aktiven Zeit „MODERNE TORHÜTER“!

Die Frage, die man sich stellen muss, ist:

Wann passieren Entwicklungen im Torwartspiel?

Jede Regeländerung, Verbesserung der Ausrüstung oder eine taktische Systemumstellung bewirkt eine Veränderung der Spielweise des Torhüters.

Die Einführung der Einwechselspieler, der Torwarthandschuhe, Torwartbekleidung, die Umstellung vom Lederball zum Kunststoffball, die neue Auslegung der Abseitsregel (aktiv/passiv) aber auch die Einführung der Abwehrkette hat das Torwartspiel beeinflusst

Die große Revolution im „Torwart-Spiel“ begann mit der Einführung der Rückpassregel.

Mit dieser Regeländerung wurde nicht nur das Torwartspiel, sondern die ganze Torwarttrainerausbildung und das Torwarttraining auf den Kopf gestellt. Der Torhüter musste über Nacht fußballerisches Können vorweisen und nicht nur Defensivaktionen klären.

Das ganze Spiel des Torwartes wurde „AKTIVER-OFFENSIVER“!

Der Torwart wurde zum neuen Libero bzw. zum Torspieler. => "Der moderne Torwart“ war geboren.

Der erste Torhüter, der sein Spiel auffallend anders gestaltete, war Edwin Van der Sar. Die holländische Schule hat immer die technische und taktische Ausbildung ihrer Spieler im Fokus:

VAN der SAR

Möglicherweise hatte Chilavert größeren Einfluss auf seine Mannschaft als irgendein anderer Torwart, aber Paraguay war eine defensive Mannschaft. Holland, ein Team, das mehr Risiko als jedes andere einging. War die einzige Mannschaft, die mit elf Mann spielte, alle anderen spielten mit zehn und einen Torhüter. Da beginnt die Bedeutung von Van der Sar, dem Libero-Torwart, der die Probleme im Vorweg angeht und damit den wundersamen Paraden aus dem Weg geht. Er spielt anstatt abzuwehren. Er ist gelassen, regiert den Strafraum und steht, wenn es darauf ankommt, am richtigen Platz zwischen den drei Posten. Er muss noch lernen stehen zu bleiben, wenn es zum direkten Zweikampf kommt, doch er reift langsam heran.

(ZITAT)

Dieses Torwart-Spiel verlangt eine hohe Spielintelligenz, um die richtige Ausrichtung nach dem Ball (Position) zu haben, um die richtige Bewegung zum Ball und die Aktion mit der richtigen Fangtechnik abzuschließen.

Andreas KÖPKE sieht den „modernen Torhüter“ folgendermaßen:


„Er muss Fußball spielen können, möglichst mit links und rechts. Er muss ein Spiel lesen können, eine Art Libero spielen, Gegenangriffe einleiten, möglichst Abwürfe haben wie Manuel Neuer, nicht nur den Fünf-, sondern den 16-Meter-Raum beherrschen, eine Persönlichkeit haben und seine Abwehr bis hinein ins Mittelfeld dirigieren können."

Man sieht, dass Regeländerungen oft große Auswirkungen haben. Das heutige „moderne Torwart-Spiel“ hat sich an das Regelwerk angepasst und weiterentwickelt. Manuel NEUER interpretiert dieses Spiel momentan auf höchsten Niveau.

In der Ausbildung der Trainer hinken wir noch nach. Da das Spiel des modernen Torwartes AKTIV-OFFENSIV ausgerichtet ist. Die Begriffsbestimmungen müssen angepasst und konkretisiert werden um eine gemeinsame klare Sprache zwischen Torwart und Trainer zu erleichtern.

Die Ausbildungsmethode von VCK33 ist genau auf diese Bedürfnisse ausgerichtet und entwickelt worden.

In den folgenden Darstellungen soll das Spiel des aktiven-offensiven Torwarts auch begrifflich verdeutlicht werden.

Der Terminus „Ballangriff“ steht für die Strategie des Torwartes: Selbst in der Phase, in der der Gegner den Ball hat, also in der „Defensive“, legt es der Torwart in dem ihm zugedachten Bereich darauf an, den Ball zu attackieren. Nach erfolgreichen „Ballangriff“ wird der Ball sofort zum Mitspieler gebracht.

Torwartspiel

ABB1

Aus unten angeführten Schema wird die Spielphilosophie des modernen Torwarts erkennbar, ihm fallen in den definierten Einsatzbereichen unterschiedliche „Hauptfunktionen“ zu. Nach jedem Ballangriff muss der Torhüter bestrebt sein, eine offensive Anschlussaktion zu setzen. Das heißt, den BALL ZUM MITSPIELER zu bringen. Jede TW-Aktion soll eine offensive Ausrichtung haben.

Ballangriff

ABB2 (Auszug aus VCK33 Ein österreichischer Weg zum aktiven-offensiven Torwart)

 

WALTER FRANTA

TORWARTTRAINER ADMIRA-WACKER MÖDLING

www.torwarttraining.at

www.vck33.at